Arbeitsgruppe Medizinische Informatik
Leitung
Prof. Dr. rer. nat.
Informationen
Die Auswertung von medizinischen Daten hat im Berichtszeitraum einen größeren Umfang eingenommen. Beispiel hierfür ist das interdisziplinäre Dekubitusprojekt am Universitätsklinikum Essen sowie verschiedene gesundheitsökonomische Untersuchungen. Hier spiegelt sich die starke Verzahnung wider, die Informationsmanagement mit medizinischen Forschungsfragen einerseits und mit Aspekten von Qualitätsmanagement und Medizincontrolling andererseits inzwischen erreicht hat. Konzepte und Modelle der Medizinischen Informatik lassen sich somit zunehmend in ihren Auswirkungen auch empirisch fassen. In Konsequenz hat sich die Zusammenarbeit mit den anderen Arbeitsgruppen des Instituts intensiviert.
Mit dem Learning Resource Server Medizin (LRSMed) hat sich aus einer kontinuierlichen Forschungsaktivität inzwischen eine Dienstleistung für Medizinstudierende etabliert, die in Deutschland konkurrenzlos ist. Kostenfreie, WWW-basierte Lehr- und Lernmodule können bei Bedarf recherchiert und genutzt werden.
Über die letzten 10 Jahre sind vor allem zwei Handlungslinien als roter Faden hervorzuheben. Die Nutzung von Routinedaten für patientenübergreifende Aufgaben wie Qualitätsmanagement und Leistungssteuerung war ein wesentlicher Gesichtspunkt beim Betrieb des Kommunikations- und Dokumentationssystems des Operativen Zentrums II bis zur Ablösung des Systems zum Ende 2001. Dies wird nun auf Ebene der Fachgesellschaft in der Projektgruppe Routinedaten im Gesundheitswesen und in Projekten z. B. bei der Entwicklung einer Leitlinie zum Datenmanagement weitergeführt.
Unverändert findet sich auch die Repräsentation der medizinischen Fachsprache als zwingende Voraussetzung für fast jede Ausprägung einer rechnergestützten Dokumentation in mehreren Arbeiten wieder. So wurde in 2005 eine Schnittstelle zwischen dem LRSMed und dem Unified Medical Language System Server (UMLS Server) der National Library of Medicine (NLM) geschaffen.
Auch für die Zukunft liegt der Anspruch der Arbeitsgruppe Medizinische Informatik in der Synthese von gründlicher Methodik mit einem pragmatischen Blick auf die Notwendigkeiten und Möglichkeiten - aber auch Grenzen - beim Einsatz informationsverarbeitender Verfahren in der Praxis des Gesundheitswesens.