Schwerpunkte
Die Arbeitsgruppen
Herz-Kreislaufepidemiologie und Prävention sowie
Umwelt- und Klinische Epidemiologie decken einen großen Teil des epidemiologischen Arbeitsfeldes ab. Hierzu gehörte die Planung, Durchführung und Auswertung eigener Studie und die Betreuung epidemiologischer Projekte in Kooperation mit anderen Abteilungen bzw. Instituten. Neben einer ganzen Reihe von analytisch-epidemiologischen Studien (Fall-Kontroll-Studien, Querschnittsstudien, Kohortenstudien) werden auch deskriptiv-epidemiologische Studien insbesondere zeitliche Trendanalysen von Krebsinzidenzen und Zeitreihenanalysen durchgeführt. Ein Schwerpunkt ist die Untersuchung von Risikofaktoren für Krebserkrankunken unter besonderer Berücksichtigung von Arbeitsplatz- und Umweltexpositionen sowie Lebensstilfaktoren.
Prof. Jöckel hat Projektleitungsfunktionen in verschiedenen epidemiologischen Studien übernommen und ist außerdem Principal Investigator (PI) der Heinz Nixdorf Recall-Studie, einer prospektiven bevölkerungsbasierten Kohortenstudie im Ruhrgebiet
(n = 4814), die u.a. Krebsmorbidität und-mortalität als Endpunkte untersucht.
Die
Arbeitsgruppe Biometrie und Bioinformatik befasst sich mit der Weiterentwicklung und Anwendung statistischer Verfahren. In intensiver Zusammenarbeit mit den verschiedenen Forschungsbereichen der Medizin ist das gemeinsame Ziel eine adäquate Versuchsplanung und qualitätsgesicherte Durchführung, verbunden mit einer sachgerechten statistischen Auswertung. Die statistische Planung, Koordination und Auswertung von nationalen und internationalen klinischen Studien in der Medizin gehören neben der Weiterentwicklung von statistischen Methoden zu den Schwerpunkten der Tätigkeiten im Bereich der
Biometrie. Sie unterstützt außerdem Studien zur genetischen Disposition und experimentelle Studien zur Grundlagenforschung bei Krebserkrankungen. Neue Technologien im Bereich der Molekularbiologie erzeugen gewaltige Datenmengen. Zum Beispiel ermöglicht es die DNA-Chip-Technologie, die Expression von mehreren Tausend Genen simultan zu analysieren. Die dabei gewonnene Information muss mittels informationstechnischer Methoden verwaltet und durch statistische Verfahren ausgewertet werden.
Die Auswertung von medizinischen Daten nimmt immer mehr zu. Beispiele hierfür sind das Klinische Krebsregister des Westdeutschen Tumorzentrums (WTZE), das interdisziplinäre Dekubitusprojekt am Universitätsklinikum Essen sowie verschiedene gesundheitsökonomische Untersuchungen. Seit Realisierung der halbautomatischen Datenübernahme aus dem Patienteninformationssystem werden täglich Daten in die Datenbank des Klinischen Krebsregisters importiert. Neben den Tumoren werden Patientenstammdaten, Kontaktdaten sowie weitere Diagnose- und Prozedurdaten gespeichert. Ziel ist es, weitere tumorspezifische Angaben zu allen registrierten Tumoren zu erfassen. Neben der im Handbuch des Klinischen Krebsregisters beschriebenen Meldung über elektronische Erhebungsbögen wurde daher eine Anwendung entwickelt, die es erlaubt, tumorspezifische Angaben über einen Web-Browser für das Klinische Krebsregister zu erfassen. Die Daten werden an das epidemiologische Krebsregister NRW (EKR-NRW) gemeldet. Die Arbeitsgruppe
Biometrie und Bioinformatik hat bereits erfolgreich mit dem Amtsvorgänger dieses Registers in Münster kooperiert sowie mit anderen nationalen und internationalen Krebsregistern. Hauptzweck dieser Studien ist das Unterlegen diagnostischer und ätiologischer Fragestellungen, für die eine große Zahl von Fällen benötigt wird.